Angebote zu "Unwissenheit" (9 Treffer)

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Der unwissende Philosoph
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Voltaire ist in Deutschland vor allem als pointierter Schriftsteller und polemischer Gesellschaftskritiker bekannt. Mit dem Unwissenden Philosophen lernen wir Voltaire nun als Denker kennen, der durch unakademischen Skeptizismus und scheinbare Naivität brilliert, der uns lehrt unsere eigenen Fragen zu stellen und uns eigene Antworten zu geben. Das Werk präsentiert sich als eine Bestandsaufnahme und Synthese der philosophischen Ansichten des 70-jährigen Voltaires. Darin weist er die Ansprüche umfassender philosophischer Systeme, wie sie von Spinoza oder Leibniz ihrer Zeit entwickelt worden waren, entschieden zurück. In den scheinbaren Antworten jener Denker auf die großen metaphysischen Fragestellungen sieht er bloße Anmaßungen, die dem Mensch als unwissendem und in seinen Fähigkeiten begrenztem Wesen nicht zustehen. Auf diese Art stellt Voltaire den geflügelten Ausspruch ´´ich weiß, dass ich nicht weiß´´ auf eine neue Grundlage, indem er uns zu eigenständigem Denken und stetigem Hinterfragen auffordert. Gerade in einem Zeitalter, das durch soziale und kulturelle Entfremdung geprägt ist, hat dieses Werk somit nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Anbieter: buecher.de
Stand: Oct 26, 2018
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Über die belehrte Unwissenheit
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Nikolaus von Kues gilt als der erste Philosoph der Renaissance und des Humanismus. Gerade sein Hauptwerk ´´Über die belehrte Unwissenheit´´ markiert einen Epochenbruch und weist in vieler Hinsicht auf die Moderne voraus. Unser Wissen bleibt immer hinter dem zurück, was gewusst werden kann. Der Erkennbarkeit der Wirklichkeit an sich setzt von Kues seine ´´Kunst der Mutmaßungen´´ entgegen. Damit wird er zum Wegbereiter Descartes, Kants und der modernen Wissenschaftstheorie. Vor Kopernikus bereits bestreitet er, dass die Erde Mittelpunkt des Universums sei, und wagt den kühnen Gedanken von der Unendlichkeit der Welt. Die Philosophie des Nikolaus von Kues eröffnet den Raum, die Welt in ihrem ´´reinen Weltlichsein´´ zu erkunden. Einer bloß instrumentellen Ratio setzt er jedoch seine ´´schauende Vernunft´´ entgegen.

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Stand: Nov 19, 2018
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Die belehrte Unwissenheit (De docta ignorantia)...
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Das erste philosophische Hauptwerk von Cusanus ist ein Dokument des Wandels scholastischen Denkens hin zum Geist des Humanismus und der Renaissance. Dem Entwurf der Grundlinien seiner philosophischen Gotteslehre folgt der Versuch, daraus dogmatische, christologische und ekklesiologische Deutungen zu gewinnen. - Die Ausgabe bietet einen neu aus den Handschriften bearbeiteten, kritisch gesicherten Text und eine eng am Original orientierte deutsche Übersetzung.

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Stand: Oct 26, 2018
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Schriften in deutscher Übersetzung 15/A. Die be...
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Das erste philosophische Hauptwerk von Cusanus ist ein Dokument des Wandels scholastischen Denkens hin zum Geist des Humanismus und der Renaissance. Dem Entwurf der Grundlinien seiner philosophischen Gotteslehre folgt der Versuch, daraus dogmatische, christologische und ekklesiologische Deutungen zu gewinnen. - Die Ausgabe bietet einen neu aus den Handschriften bearbeiteten, kritisch gesicherten Text und eine eng am Original orientierte deutsche Übersetzung.

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Stand: Oct 26, 2018
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Kursbuch 186
€ 19.00 *
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Das Kursbuch 186 wird sich vor allem mit dem Freilegen tiefer Sedimentschichten rechter Ideologien beschäftigen. Zwei dieser Leitbegriffe sind Nation und Nationalismus, die gerade wieder fröhliche Urständ feiern. In den hässlichen Pegida-Demos ebenso wie im anschwellenden Bocksgesang der AfD mit knapp einem Sechstel aller deutscher Wählerstimmen. Aber auch international erfährt der Nationalismus eine kaum zu glaubende Renaissance der Unwissenden. In Europa (inklusive der Türkei) entsteht ein Knäuel an nationalistischen Vermutungen. Ohne Halt und Haltung. Interessant: Denn kaum jemand kennt die Ursprünge und Entwicklungslinien dieser Begrifflichkeit. Die Furien des Nationalismus sitzen im politischen Theorienkabinett also wieder einmal in der ersten Reihe. Und das nicht nur bei der völkischen Pegida, sondern auch, verstärkt, bei weiteren Zündlern im Wirrwarr ungelöster gesellschaftlicher Konflikte wie der Flüchtlingsfrage. Jeder Tag scheint alte und neue Akteure ins Rampenlicht zuhieven. Verwirrend und undurchsichtig sind die Rezepturen, mit denen sie ihr Süppchen zum Brei verkochen. Verwendet wird dabei alles, was dem jeweiligen Geschmack förderlich ist: schlichte Lügen, Erfindungen, die ohne jeden Beweis Wahrheit kundtun, und vergessen geglaubte Geschichtsmythen.

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Stand: Oct 26, 2018
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Hartmann von Aue. Gregorius. Der armer Heinrich...
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Eine der wirkmächtigsten Erzählungen des deutschen Mittelalters ist die Geschichte des aussätzigen Ritters Heinrich, für den sich ein Bauernmädchen opfern will, auf daß er mit ihrem Herzblut geheilt werde. Heinrich lehnt im letzten Augenblick das Opfer ab, wählt statt dessen Krankheit und Tod, um das Mädchen nicht sterben zu sehen. Gott aber heilt ihn. Die Brüder Grimm haben die Geschichte übersetzt, daraus wurde ein vielgelesenes Volksbuch des 19. Jahrhunderts. Gerhard Hauptmann schrieb ein erfolgreiches Drama mit diesem Stoff, Hans Pfitzner eine Oper. Ricarda Huch ließ sich von der Opferlegende faszinieren, Tankred Dorst brachte sie im Jahre 2000 auf die Bühne. Hartmann von Aue, der Autor der mittelalterlichen Versnovelle, die so viele Leser und Dichter faszinierte, hat hier mit legendarischen Motiven sein großes Thema gestaltet: die Entdeckung des Selbst in der Verantwortung für sich und andere Menschen. Hartmann ist zugleich der vielseitigste Autor seiner Zeit: Mit seinem Erec nach französischem Vorbild hatte er den Artusroman nach Deutschland gebracht: die Geschichte des erfolgreichen Jungritters, der eine schöne Frau gewinnt, im Genuß der Liebe aber seine Verpflichtungen als Kronprinz versäumt und, zusammen mit seiner Frau, auf einem Weg voller Abenteuer lernt, sich für andere einzusetzen und ein guter König zu werden. Sein zweiter Roman handelt von Iwein, der ebenfalls seine Herrscheraufgaben zugunsten eines unbeschwerten Ritterdaseins vernachlässigt, seine junge Königin vergißt und, als sie ihn verstößt, wahnsinnig wird. Auch er muß viele auf seinen Lernprozeß zugeschnittene Abenteuer bestehen, um zu ihr und seinem Herrscheramt zurückkehren zu können. Der Iwein wurde zum klassischen Muster des höfischen Romans, sein ebenso lockerer und eleganter wie klarer Stil gepriesen und nachgeahmt. Der Arme Heinrich hat als Gegenstück die Legende vom Sünderheiligen Gregorius, die Geschichte des Inzestkindes, das unwissend seine Mutter heirat, nach der Aufdeckung härteste Buße leistet und schließlich von Gott zum Papst bestimmt wird. Thomas Mann hat diese ´Sünden- und Gnadenmär´ vom mittelalterlichen ödipus zur Grundlage seines Romans Der Erwählte gemacht. In der ´´Renaissance des 12. Jahrhunderts´´ mit der Emanzipation der volkssprachlichen Literatur von religiösen Vorgaben nimmt Hartmann von Aue eine herausragende Stelle ein: Er macht die theologische Diskussion um die individuelle Verantwortung des Menschen literarisch fruchtbar im Rahmen des Selbstverständnisses des weltlichen Adels. Dem mittelhochdeutschen Text sind eine übersetzung und neben einem Stellenkommentar Einführungen in die einzelnen Werke beigegeben, die dem Leser das Verständnis ihrer lebensweltlichen und literarischen Bezüge und Eigenheiten ermöglichen.

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Stand: Oct 26, 2018
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Philosophisch-theologische Werke in 4 Bänden.
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Diese zweisprachige Ausgabe bietet in übersichtlicher Präsentation die zentralen Texte des Cusaners, versehen mit einer Einleitung, die gründlich in das Gesamtwerk einführt. Sie basiert auf den in der PhB erschienenen Studienausgaben, die der historisch-kritischen Ausgabe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften folgen. Die Übersetzungen stammen von namhaften Cusanusforschern, Anmerkungen, Literaturverzeichnisse und Indices erschließen die Texte. Band 1: Einleitung. De docta ignorantia / Die belehrte Unwissenheit Band 2: De coniecturis / Mutmaßungen · Idiota de sapientia / Der Laie über die Weisheit · Idiota de mente / Der Laie über den Geist Band 3: Trialogus de possest / Dreiergespräch über das Können-Ist · De beryllo / Über den Beryll · Tu quis es / Über den Ursprung · De ludo globi / Gespräch über das Globusspiel Band 4: De venatione sapientiae / Die Jagd nach Weisheit · Compendium / Kompendium · De apice theoriae / Die höchste Stufe der Betrachtung ´´In der Geschichte der Philosophie nimmt das Werk des Nikolaus von Kues (1401-1464), das zugleich die letzte eigenwüchsige Synthese mittelalterlicher Weisheit und die gedankliche Grundlegung der großen Systeme der beginnenden Renaissance der neueren Zeit darstellt, eine epochemachende Stellung ein. Die Kühnheit seiner Fragestellungen, deren Nachwirkung noch im Denken eines Descartes, Spinoza und Leibniz und in manchen der tiefsten Ansätze des deutschen Idealismus spürbar ist, wird das philosophische Denken der Gegenwart dazu führen, sich in zunehmendem Maße mit dem Gedankengebäude des Cusanus zu beschäftigen.´´ Raymond Klibansky

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Stand: Nov 17, 2018
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Die Abgehobenen (eBook, ePUB)
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1. Einleitung: Parallelwelt mit eigenen Regeln Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Begriff ´´Elite´´ für Jahrzehnte weitgehend aus der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit verschwunden. Seine erste wirkliche Renaissance erlebte er nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Da wurde plötzlich nicht nur in den Medien, sondern auch von Politikern und Wirtschaftsvertretern1 eine Rückbesinnung auf die Vorzüge von Eliten verlangt und in dieser Frage von den Eliten ein auch offen zum Ausdruck gebrachtes Selbstbewusstsein eingefordert. Deutschland war nach dem Ende des Viermächtestatuts wieder eine der wichtigen und auch politisch uneingeschränkt handlungsfähigen Mächte der Welt. Große Teile der herrschenden Eliten glaubten deshalb, man könne und müsse die Skrupel gegenüber dem Elitebegriff, die aus den Verbrechen der Nazizeit herrührten, nun endlich ablegen. Das sei jetzt endgültig Vergangenheit. Wie Briten, Franzosen oder US-Amerikaner das schon immer handhabten, solle man nun auch als Deutscher wieder offensiv zur Notwendigkeit und Bedeutung von Eliten stehen. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand diese Entwicklung in der Exzellenzinitiative für den Hochschulbereich. Man verzichtete zwar seitens der politisch Verantwortlichen letztlich offiziell auf den Begriff ´´Elite´´, um die gesamte Initiative nicht durch die Wahl eines Begriffs zu gefährden, der bei der Basis von SPD und Grünen als umstritten galt. Dennoch war der Titel ´´Eliteuniversität´´ schnell in aller Munde. ´´Elite´´ war zumindest in der medialen Öffentlichkeit wieder zu einem überwiegend positiv besetzten Begriff geworden. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise war diese positive Wende knapp zwei Jahrzehnte später schon wieder vorbei. Hatten die rasant angestiegenen Managergehälter und einzelne Skandale um Steuerhinterziehung bereits vor 2008 immer wieder für skeptische Stimmen gesorgt, schlug die Stimmung nach der Finanzkrise auf breiter Front um. Für viele Menschen war mit der Krise das zentrale Versprechen der herrschenden Eliten und die wesentliche Begründung ihrer neoliberalen Politik, dass letztlich alle von der durchgreifenden Liberalisierung der Märkte profitierten, widerlegt oder zumindest stark infrage gestellt. Dementsprechend ist in großen Teilen der Bevölkerung das Ansehen der Eliten massiv gesunken und stellenweise sogar richtige Wut gegen sie aufgekommen. Getrennte Lebenswelten Für die Eliten selbst ist diese Entwicklung nicht nachvollziehbar. Sie halten die herrschende neoliberale Politik im Kern nach wie vor für alternativlos und führen die negative Haltung weiter Bevölkerungskreise ihnen gegenüber in der Regel auf Unwissen und fehlgeleitete Emotionen zurück. Die tatsächlichen Ursachen bleiben ihnen damit verborgen. Der frühere Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den entscheidenden Grund für diese Fehleinschätzung Anfang November 2017 in einem Interview mit der Zeit folgendermaßen formuliert: ´´Schon heute glauben viele Bürger nicht mehr, dass unser Gesellschaftssystem alle gleichermaßen behandelt. Das ist der Hauptvorwurf, den ich den sogenannten Eliten mache: Diesen Leuten fehlt jegliches Verständnis dafür, was ihr Tun in der Gesellschaft auslöst. Die Ignoranz ist enorm.´´2 Obwohl verwundert, dass ausgerechnet Steinbrück von solcher Ignoranz spricht, der selbst als ausgesprochen abgehobener Politiker gilt - man erinnere sich nur an seine Wahlkampfauftritte 2013 -, so trifft er doch den Kern der Sache. Die Eliten sind in ihrer großen Mehrheit inzwischen so weit von der breiten Bevölkerung entfernt, dass sie zunehmend Schwierigkeiten haben, deren Probleme zu erkennen und die Folgen ihrer Entscheidungen für die Bevölkerung zu verstehen. Ende 2017 zeigte sich das wieder bei der Entscheidung des Siemens-Vorstands, ungefähr 3?500 Stellen in Deutschland zu streichen und dabei drei Werke in Thüringen und Sachsen zu verkaufen oder zu schließen, darunter ausgerechnet das in Görlitz, wo die AfD bei der Bundestagswahl ein Direktmandat gewonnen hat. Die soziale und politische Brisanz dieser Pläne bei einem gleichzeitigen Gewinn von über 6 Milliarden Euro und einer Dividendenausschüttung von 3 Milliarden war dem Vorstand offensichtlich entweder nicht bewusst oder aber egal. Die öffentlichen Reaktionen des Vorstandschefs Joe Kaeser, etwa auf die Kritik des damaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, sprechen eher für die erstgenannte Variante. Er argumentierte zumeist rein betriebswirtschaftlich mit den Zwängen des Marktes und berücksichtigte

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Stand: Oct 26, 2018
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Die Abgehobenen (eBook, PDF)
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1. Einleitung: Parallelwelt mit eigenen Regeln Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Begriff ´´Elite´´ für Jahrzehnte weitgehend aus der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit verschwunden. Seine erste wirkliche Renaissance erlebte er nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Da wurde plötzlich nicht nur in den Medien, sondern auch von Politikern und Wirtschaftsvertretern1 eine Rückbesinnung auf die Vorzüge von Eliten verlangt und in dieser Frage von den Eliten ein auch offen zum Ausdruck gebrachtes Selbstbewusstsein eingefordert. Deutschland war nach dem Ende des Viermächtestatuts wieder eine der wichtigen und auch politisch uneingeschränkt handlungsfähigen Mächte der Welt. Große Teile der herrschenden Eliten glaubten deshalb, man könne und müsse die Skrupel gegenüber dem Elitebegriff, die aus den Verbrechen der Nazizeit herrührten, nun endlich ablegen. Das sei jetzt endgültig Vergangenheit. Wie Briten, Franzosen oder US-Amerikaner das schon immer handhabten, solle man nun auch als Deutscher wieder offensiv zur Notwendigkeit und Bedeutung von Eliten stehen. Seinen vorläufigen Höhepunkt fand diese Entwicklung in der Exzellenzinitiative für den Hochschulbereich. Man verzichtete zwar seitens der politisch Verantwortlichen letztlich offiziell auf den Begriff ´´Elite´´, um die gesamte Initiative nicht durch die Wahl eines Begriffs zu gefährden, der bei der Basis von SPD und Grünen als umstritten galt. Dennoch war der Titel ´´Eliteuniversität´´ schnell in aller Munde. ´´Elite´´ war zumindest in der medialen Öffentlichkeit wieder zu einem überwiegend positiv besetzten Begriff geworden. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise war diese positive Wende knapp zwei Jahrzehnte später schon wieder vorbei. Hatten die rasant angestiegenen Managergehälter und einzelne Skandale um Steuerhinterziehung bereits vor 2008 immer wieder für skeptische Stimmen gesorgt, schlug die Stimmung nach der Finanzkrise auf breiter Front um. Für viele Menschen war mit der Krise das zentrale Versprechen der herrschenden Eliten und die wesentliche Begründung ihrer neoliberalen Politik, dass letztlich alle von der durchgreifenden Liberalisierung der Märkte profitierten, widerlegt oder zumindest stark infrage gestellt. Dementsprechend ist in großen Teilen der Bevölkerung das Ansehen der Eliten massiv gesunken und stellenweise sogar richtige Wut gegen sie aufgekommen. Getrennte Lebenswelten Für die Eliten selbst ist diese Entwicklung nicht nachvollziehbar. Sie halten die herrschende neoliberale Politik im Kern nach wie vor für alternativlos und führen die negative Haltung weiter Bevölkerungskreise ihnen gegenüber in der Regel auf Unwissen und fehlgeleitete Emotionen zurück. Die tatsächlichen Ursachen bleiben ihnen damit verborgen. Der frühere Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den entscheidenden Grund für diese Fehleinschätzung Anfang November 2017 in einem Interview mit der Zeit folgendermaßen formuliert: ´´Schon heute glauben viele Bürger nicht mehr, dass unser Gesellschaftssystem alle gleichermaßen behandelt. Das ist der Hauptvorwurf, den ich den sogenannten Eliten mache: Diesen Leuten fehlt jegliches Verständnis dafür, was ihr Tun in der Gesellschaft auslöst. Die Ignoranz ist enorm.´´2 Obwohl verwundert, dass ausgerechnet Steinbrück von solcher Ignoranz spricht, der selbst als ausgesprochen abgehobener Politiker gilt - man erinnere sich nur an seine Wahlkampfauftritte 2013 -, so trifft er doch den Kern der Sache. Die Eliten sind in ihrer großen Mehrheit inzwischen so weit von der breiten Bevölkerung entfernt, dass sie zunehmend Schwierigkeiten haben, deren Probleme zu erkennen und die Folgen ihrer Entscheidungen für die Bevölkerung zu verstehen. Ende 2017 zeigte sich das wieder bei der Entscheidung des Siemens-Vorstands, ungefähr 3?500 Stellen in Deutschland zu streichen und dabei drei Werke in Thüringen und Sachsen zu verkaufen oder zu schließen, darunter ausgerechnet das in Görlitz, wo die AfD bei der Bundestagswahl ein Direktmandat gewonnen hat. Die soziale und politische Brisanz dieser Pläne bei einem gleichzeitigen Gewinn von über 6 Milliarden Euro und einer Dividendenausschüttung von 3 Milliarden war dem Vorstand offensichtlich entweder nicht bewusst oder aber egal. Die öffentlichen Reaktionen des Vorstandschefs Joe Kaeser, etwa auf die Kritik des damaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, sprechen eher für die erstgenannte Variante. Er argumentierte zumeist rein betriebswirtschaftlich mit den Zwängen des Marktes und berücksichtigte

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Stand: Oct 26, 2018
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